Ein Nachbericht mit Bildergalerie
Pünktlich um kurz nach 18:00 fanden sich 80 Interessierte im großen Saal der Stiftskirchengemeinde in Landau ein, um an der von ToM Südpfalz e.V., Naturfreundejugend RLP, Gedenkstätte für NS- Opfer in Neustadt, den Grünen Landau und der Stiftskirchengemeinde organisierten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung teilzunehmen. Das Publikum setzte sich aus Studierenden und Lehrenden der RPTU Landau, kommunalpolitisch aktiven Personen des Stadtrats, dem Bürgermeister und Mitgliedern der veranstaltenden Vereine und Organisationen bis hin zu interessierten Personen aller Altersklassen aus der Zivilgesellschaft und Gemeindemitgliedern der Stiftskirche zusammen.
Die Gedenkstätte Neustadt erläuterte nach Begrüßung des Referenten und der Gäste den Ablauf des Abends. Es folgte ein Grußwort des Bürgermeisters persönlich, der u.a. auf die Wichtigkeit des zivilgesellschaftlichen Engagements und Zusammenhalts der Demokrat*innen hinwies, die sich auch in der Bündnisarbeit für diesen Vortrag zeige.
Der Referent stellte sich zunächst vor, um dann die Struktur seines Vortrags zu erläutern, auf die er im späteren Verlauf immer wieder zurückkam.
Der Vortrag war umrahmt vom aktuellen Beispiel Ungarns und der Person Viktor Orban. Vom Programm seiner Machteroberung bis zu seiner Abwahl.
Zunächst wurde die Entstehung der „Neuen Rechten“ und ihrer Selbstbezeichnung als solche erklärt: Führende Köpfe dieser Strömung innerhalb der extremen Rechten empfehlen die Strategie der Selbstverharmlosung. Mittels Identitätspolitik, die damit um ihre Historie inhaltlich entkernt wird, treibt man die gewünschte Kulturrevolution voran. Das berühmte Overton-Window half dabei, den Prozess der Verschiebung des Sagbaren im Vortrag zu veranschaulichen. Die Folien des Referenten trugen mit Beispielen und Struktur zur Übersicht bei, so dass sich die Gäste jederzeit in Ablauf und Verständnis der Zusammenhänge orientiert sahen.
Abschließend wurden als wirksam erachtete Gegenmittel anhand des Beispiels Orbans vorgestellt (s. Bildergalerie).
Es gelte, laut dem damit zitierten Gabor Scheiring, die populistischen Narrative niederzuringen und sich konkret mit dem Erleben des Wandels der Menschen zu beschäftigen. Die Politik ist gefordert auch außerhalb von Wahlkampfzeiten mit den Wählenden Kontakt zu pflegen. Die Zivilgesellschaft vor Ort zu stärken, bestehende Strukturen und Bündnisse zu fördern oder zu ihrer Entstehung beizutragen ist etwas, dass auch jede einzelne Person tun kann.
Nach einer kurzen Pause, in der das Angebot von Fingerfood, Getränken, dem Büchertisch des örtlichen Buchhändlers BücherKnecht und des Infotisches bereits sehr gut angenommen wurde, folgte eine von der Gedenkstätte Neustadt moderierte Frage- und Diskussionsrunde. Beispielsweise wurde in mehren Fragen die Rolle der Konservativen im Kulturkampf erörtert.
Im Anschluss an die Veranstaltung konnten in Gesprächen mit dem Referenten selbst, den beteiligten Organisationspartnern und am Infotisch noch Fragen der Gäste beantwortet werden und damit weitere Aufklärung geleistet werden.
Der Verein Toleranz und Menschlichkeit bedankt sich bei Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich für den bereichernden Vortrag, bei allen Mitwirkenden und Organisationspartnern und ganz besonders bei den Gästen für ihr Interesse und Engagement.



















